Energiestadt Pirna

Für ihren vorbildlichen Umgang mit Energieressourcen und ihre Anstrengungen im Klimaschutz wurde die Stadt Pirna am 6. November 2017 zum wiederholten Mal mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Bereits 2010 und 2013 wurde der Stadt Pirna die Auszeichnung verliehen.

Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke: „Der Preis ist eine Bestätigung für den energieeffizienten Kurs, den wir als Stadt eingeschlagen haben. Es ist wichtig als Kommune beim Energiesparen mit gutem Beispiel voranzugehen und damit zu zeigen, dass wir verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürger und den Ressourcen der Natur umgehen.“

Was ist der European Energy Award?

Der European Energy Award (eea) ist ein Instrument zur fortlaufenden Umsetzung, Steuerung und Kontrolle der klimarelevanten Aufgaben auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des eea-Prozesses werden die lokalen Möglichkeiten und Potenziale ermittelt und die Umsetzung von effektiven und effizienten Aktivitäten und Projekten zum Schutze des Klimas vorangetrieben. Jährlich werden die Erfolge überprüft, die Planung aktualisiert und umgesetzt, sodass eine kontinuierliche Verbesserung des Klimas realisiert wird.

Erreicht eine Kommune mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte, wird sie mit dem European Energy Award prämiert. Anschließend beginnt der eea-Zyklus wieder von vorne. Neue Maßnahmen werden entwickelt, weitere Projekte umgesetzt und geprüft. Sobald eine Kommune 75 Prozent oder mehr der Punkte erreicht, wird sie mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet. Ausgezeichnete Kommunen weisen besonders bespielhafte Klimaarbeit vor und sind Vorbilder auf nationaler und internationaler Ebene.

Umgesetzte Maßnahmen

In den Handlungsfeldern Entwicklungsplanung & Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation sowie Kooperation wurden insgesamt 87 Fragestellungen untersucht und beantwortet.

Die Stadt Pirna setzte dabei umfangreiche Einzelmaßnahmen des 2. Energiepolitischen Arbeitsprogramms 2013 – 2016 um. So wurden von den insgesamt 52 aufgestellten Einzelmaßnahmen 32 bis zum Jahr 2017 umgesetzt.

In allen Handlungsfeldern konnten Einzelmaßnahmen abgeschlossen werden, andere befinden sich noch in der Umsetzung.

Beispiele für umgesetzte Maßnahmen

 

 

  • Handlungsfeld 1: Teilleitbild zum Klimaschutz im Leitbild 2030 der Stadt Pirna ergänzt sowie Verkehrsentwicklungsplan 2030 erarbeitet
  • Handlungsfeld 2: diverse LED-Straßenbeleuchtungsprojekte umgesetzt sowie Gauß-OS als Passivhausschule errichtet
  • Handlungsfeld 3: Energieerzeugung im Heizkraftwerk Sonnenstein durch Einbau moderner BHKW-Anlagen effizienter gestaltet, FTZ erhielt energieeffiziente Wärmepumpenheizung
  • Handlungsfeld 4: Baumaßnahmen wie die P+R Parkplätze am Bahnhof und Busbahnhof und das Fahrradparkhaus am Klosterhof realisiert, Car-Sharing-Plätze eingerichtet
  • Handlungsfeld 5: Klimaschutzmanagers eingestellt 
  • Handlungsfeld 6: Fortschreibung des Kleingartenentwicklungsplanes sowie Durchführung der Wanderausstellungen Energetische Sanierung und Elektromobilität

 

Ausblick

Nach der Fortschreibung des Energiepolitischen Arbeitsprogrammes und der erfolgreichen Zertifizierung im Jahr 2017, gilt es die Maßnahmen in den entsprechenden Handlungsfeldern zielgerichtet umzusetzen. Ausschlaggebend für das Handeln der Stadt Pirna ist das Ziel, den Energieverbrauch so zu optimieren, dass sich die Ausgaben für diesen Bereich trotz kontinuierlicher Preisanpassungen für alle Energieträger insgesamt nicht erhöhen werden.

Durch die Teilnahme am Projekt „Kommunales Energiemanagement“ (2017 – 2022) der Sächsischen Energieagentur werden dafür wichtige Grundlagen geschaffen. Die Umrüstung der Bestandsgebäude mit effizienter Technik der Wärmeerzeugung und sonstiger technischer Ausstattung sowie die Umsetzung nicht- und geringinvestiver Maßnahmen zur Verbesserung der Energie- und Kosteneffizienz sind dabei wesentliche Schritte.

Im Jahr 2020 wird angestrebt, als fünfte Kommune in Sachsen mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet zu werden. Hiermit wird eine herausragende Klimaschutzarbeit bescheinigt. Um dieses Ziel zu erreichen sind jedoch noch weitere Aktivitäten in Bereichen Entwicklungsplanung, Mobilität, Ver- und Entsorgung, Kommunale Gebäude, Öffentlichkeitsarbeit und Interne Organisation erforderlich.

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