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Kommunale Wärmeplanung Pirna

Die Wärmewende ist ein wichtiger Gestaltungsauftrag für die Kommunen. Sie können die Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen, um die Wärmeversorgung zukunftsfähig aufzustellen und für die Bürgerinnen und Bürger so sicher, umweltfreundlich und kostengünstig wie möglich zu organisieren. Für die Kommunen geht es darum, regionale Potenziale zu erkennen und diese mit Kooperationen aus Handwerk und lokalen Unternehmen zu heben. Um die Herausforderungen der Wärmewende zu meistern, wird ein klarer, lokaler Fahrplan benötigt.

Seit 01.01.2024 gilt zudem das sogenannte Wärmeplanungsgesetz, welches die Grundlage für eine flächendeckende Wärmeplanung in Deutschland schafft. Durch das Gesetz werden alle Kommunen verpflichtet, bis spätestens Mitte 2028 eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen.

Die Stadtverwaltung Pirna hat sich Mitte 2023 gemeinsam mit der EEB ENERKO GmbH und der greenventory GmbH auf den Weg gemacht und möchte bis Ende 2024 die Erarbeitung des Wärmeplans abschließen.

Im Konzepterstellungsprozess wird großer Wert auf Beteiligung in Form von Workshops, sowohl mit verschiedenen Akteuren aus Verwaltung und Politik, aber vor allem auch der Stadtwerke, Industrie und Wohnungswirtschaft gelegt. Ziel der Wärmeplanung ist es, zum einen Gebiete abzugrenzen, die sich zukünftig für eine bestimmte Art der Wärmeversorgung eignen, zum anderen sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, welche einen kurz-, mittel-, oder langfristigen Umsetzungshorizont haben.

Häufig gestellte Fragen zur kommunalen Wärmeplanung

Was ist kommunale Wärmeplanung und warum ist sie wichtig?

Seit 01.01.2024 gilt das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekabonisierung der Wärmenetze. Es schafft die Grundlage für eine flächendeckende Wärmeplanung in Deutschland. Durch das Gesetz werden alle Kommunen verpflichtet, bis spätestens Mitte 2028 eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Die Stadt Pirna hat diese bereits angestoßen.
Die kommunale Wärmeplanung für die Stadt Pirna ist ein Prozess, innerhalb dessen

  • ein Überblick über die aktuelle Wärmeversorgung in Pirna sowie
  • ein Zielszenario für die zukünftige Wärmeversorgung in Pirna

erarbeitet werden.
Ein Wärmeplan zeigt auf, welche Gebiete sich für einen Wärmenetzausbau eignen und wo weiterhin dezentrale Versorgungsanalagen zum Einsatz kommen. Dazu wird die Kommune in sogenannte Wärmeversorgungsgebiete unterteilt. Der Wärmeplan selbst gibt noch keine Ausbaugarantie oder Termingarantie für einzelne Versorgungslösungen. Hierzu muss zunächst eine sogenannte Gebietsausweisung erfolgen.

Welche Schritte beinhaltet die Wärmeplanung?

Die Wärmeplanung besteht aus den Schritten

  1. Bestandsanalyse,
  2. Potenzialanalyse,
  3. Entwicklung eines Zielszenarios und Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete,
  4. Entwicklung einer Umsetzungsstrategie.

Im ersten Schritt werden die vorhandenen Netze und der Gebäudebestand analysiert. Der aktuelle Wärmebedarf von Pirna und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen werden berechnet. Der zweite Schritt beinhaltet die Ermittlung möglicher Energieeinsparungen sowie die Identifikation von Potenzialen für erneuerbare Wärmequellen. Darauf aufbauend wird ein Zielszenario für die zukünftige Energieversorgung entworfen. Das Zielszenario zeigt für einzelne Gebiete auf, mit welchem Energieträger und welchen Technologien diese idealerweise zukünftig energetisch versorgt werden und welche Wärmequellen dafür nutzbar gemacht werden sollen. Im letzten Schritt wird eine Umsetzungsstrategie erarbeitet. Hier zeigen konkrete Maßnahmenpläne auf, wo und wann welche Umsetzungsschritte erfolgen müssen, um das übergeordnete Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung 2045 zu erreichen.

Was sind Herausforderungen bei der kommunalen Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung bringt auf vielen Ebenen Herausforderungen mit sich. So ist der Prozess der Wärmeplanung ein komplexes Projekt, bei dem zum einen Strategien und Ziele verschiedener Akteure (Energieversorger, Wohnungswirtschaft, Kommune, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger) berücksichtigt werden müssen. Zum anderen müssen umfangreiche Daten und Informationen gesammelt werden, um ein umfassendes und konsistentes Bild der Wärmeversorgungssituation in Pirna zu ermitteln.
Die Herausforderungen im Anschluss an die Wärmeplanung umfassen einerseits technische und organisatorische Aspekte in der Umsetzung, z.B. die Frage wann Baustellen zum Bau neuer Wärmeinfrastruktur eingerichtet werden. Andererseits müssen Finanzierungsfragen, z.B. welche nationalen und lokalen Förderungen es für dezentrale Lösungen geben kann, beantwortet werden.

Welche Akteure sind an der Wärmeplanung beteiligt?

Für ein erfolgreiches Gelingen der Wärmeplanung müssen verschiedene Akteure eingebunden werden. Neben der Kommune als verantwortliche Stelle für die Wärmeplanung, gilt es die Ziele und Strategien der Energieversorger und Wohnungsbaugesellschaften in die Planungen zu integrieren. Auch lokale Unternehmen und große Energieverbraucher werden in der Wärmeplanung berücksichtigt.
Neben der aktiven Einbindung der oben genannten Akteure, sollen Bürgerinnen und Bürger auf dieser Website transparent über den Stand der kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Pirna informiert werden.

Wie lange dauert der Prozess der Erstellung eines Wärmeplans für Pirna?

Der Prozess zur Erstellung eines Wärmeplans dauert etwa ein Jahr. Die kommunale Wärmeplanung für die Stadt Pirna ist bereits gestartet. Der erste Wärmeplan wird Ende des Jahres 2024 vorliegen.
Da sich viele Randbedingungen über die Jahre hinweg ändern können, ist die kommunale Wärmeplanung allerdings als dynamischer Prozess zu verstehen. So ist vorgesehen, den Wärmeplan alle fünf Jahre zu überprüfen, fortzuschreiben und bei Bedarf auch zu überarbeiten.

Welche Rolle spielen erneuerbare Energien in der kommunalen Wärmeplanung?

Erneuerbare Energien spielen neben Umweltwärme und Abwärme eine zentrale Rolle in der kommunalen Wärmeplanung. Nur durch die Nutzung von erneuerbaren Energien, Umweltwärme und Abwärme kann ein klimaneutraler Gebäudebestand 2045 erreicht werden.

Ziel der Wärmeplanung ist es aber auch die Erzeugung von erneuerbarer Wärme oder erneuerbarem Strom möglichst zu bündeln. Im Wärmeplanungsprozess für die Stadt Pirna, werden verschiedene Wärmequellen analysiert. Primäres Ziel ist es diese Wärmequellen so zu nutzen, dass damit treibhausgasneutrale Fernwärme erzeugt werden kann. In dezentral versorgten Gebieten spielt aber auch die Erzeugung von erneuerbarer Energie am Gebäude eine Rolle.

In Pirna werden die folgenden Potenziale untersucht:

  • Flusswasser der Elbe als Wärmequelle
  • Abwärme aus Industrie und Gewerbe als Wärmequelle
  • Abwasserwärme als Wärmequelle
  • Grundwasserwärme als Wärmequelle
  • Erdwärme aus verschiedenen Tiefen
  • Freiflächen zur solarthermischen Wärmeerzeugung
  • Dachflächen solarthermischen Wärmeerzeugung
  • Frei- und Dachflächen zur PV-Stromerzeugung
  • Freiflächen zur Windstromerzeugung

Wer ist für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen zuständig?

Die Stadtwerke Pirna als Netzbetreiber sind für die Erweiterung der bestehenden Fernwärmenetze sowie die schrittweise Umstellung der dazugehörigen Wärmeerzeuger zuständig. Der Bau und Betrieb von Quartierslösungen, wie beispielsweise von neuen Nahwärmenetzen, kann durch die Stadtwerke, aber auch durch Energiegenossenschaften, Energiegemeinschaften oder private Investoren erfolgen. Für ein individuelles Heizungssystem sind die Eigentümerinnen und Eigentümer des Gebäudes zuständig.

Wird meine Straße an ein Wärmenetz angeschlossen und wann bekomme ich einen Hausanschluss?

Genau diese Fragestellungen werden aktuell im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung bearbeitet. Informationen darüber, welche Straßen an das Wärmenetz angeschlossen werden und die Zeitspanne für Hausanschlüsse werden nach der Fertigstellung des Wärmeplans und der Gebietsausweisung durch die Stadt Pirna oder den Energieversorger kommuniziert.

Was kann ich selbst tun, wenn ich als Gebäudeeigentümer zukünftig gerne einen Anschluss an ein Wärmenetz hätte?

Wenn in der Straße bereits ein Fernwärmenetz liegt und ein Anschluss gewünscht ist, dann kann das Beratungsangebot der Stadtwerke Pirna in Anspruch genommen werden. Weitere Informationen zum geplanten Ausbau des Wärmenetzes werden nach Abschluss der Wärmeplanung und der Gebietsausweisung bereitgestellt.
Dann gilt:

  • Liegt das Gebäude in einem Gebiet, welches als Wärmenetzgebiet ausgewiesen wird, wird empfohlen das jetzige Heizungssystem weiter zu nutzen und in Stand zu halten bis ein Fernwärmeanschluss erfolgen kann.
  • Liegt das Gebäude in einem Gebiet, für das Fernwärme ausgeschlossen wird, kann das jetzige Heizungssystem weiter genutzt werden bis dieses defekt und irreparabel ist. Für alte Ölheizungen gilt zusätzlich, dass diese nur bis zu einer Betriebsdauer von 30 Jahren genutzt werden dürfen. Ab offizieller Gebietsausweisung, aber spätestens ab Mitte 2028 gilt für neu einzubauende Heizungssysteme, dass ein Anteil an erneuerbaren Energien von 65 Prozent erreicht werden muss. Diese Anforderungen können beispielsweise über Luft-Wärmepumpen, Erdwärme-Wärmepumpen, Solarthermie oder Pelletkessel erfüllt werden. Für neue Gebäude gilt die Anforderung bereits jetzt.

Welche Alternativen soll es in Pirna künftig zur Wärmepumpe oder einem Fernwärmenetz geben?

Während sich für hoch verdichtete innerstädtische Bereiche eine zentrale Versorgung durch Fernwärme lohnt, werden für Randbereiche und dörfliche Gebiete Luft-Wärmpumpen und Erdwärme-Wärmepumpen zu den bevorzugten Lösungen gehören.
Generell kann aber jede Heizungsanlage, die mit einem Anteil von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben wird, eine zukünftige Alternative darstellen.

Anlagentypen sind beispielsweise:

  • Biomasseheizung (Holz, Pellets, Hackschnitzel)
  • Stromdirektheizungen
  • Solarthermie-Hybridheizungen (Solarthermie in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Gas-, Öl- oder Biomasseheizung)
  • Biogasheizungen (Biomethan, biogenes Flüssiggas)

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.